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Als vierte im Bunde der Wissenschaftlerinnen wird es nun auch für mich Zeit, mich vorzustellen.
Ich bin die Meteorologin auf der Station und werde auch liebevoll von meinen Mitstreitern «Wetterfee» genannt, wobei das mit dem Zaubern leider nicht immer funktioniert.

Neben dem Versuch täglich das Wetter für die nächsten Tage an der Station, präzise vorherzusagen, um anfallende Aussenarbeiten entsprechend planen zu können, bin ich damit beschäftigt alle 3 Stunden meine Wetterbeobachtungen vor Ort, in ein internationales «Wetternetz» einzupflegen. Da diese für weit reichende Vorhersagen und Langzeitstudien benötigt werden.

Eine gute Vorhersage für die nächsten zwei Tage ist hier aber nicht für die Bekleidung von Bedeutung, denn da stellt sich hier eher selten die Frage, ob man lieber die kurze Hose oder die Regenjacke anziehen soll.
Wir stehen eher vor der Wahl, ob man sich zwischen dem zwar warmen – aber unbewegsamen Tempex in der Saisonfarbe rot entscheidet, oder vielleicht doch lieber den leichteren maritimen Blaumann zum Einsatz bringt. Bei richtiger Kälte, ist der Tempex jedoch das Kleidungsstück Nummer eins.

Schon eine falsche Windvorhersage kann für die lieben Jungs von der Technik und die geöffnete Nordrampe harte Arbeit bedeuten. Doch entscheidender ist es dann für diejenigen, die sich zu dem Zeitpunkt draussen oder unterwegs befinden, da es z.B. zum «Pegelfeld Süd», «Palaoa» oder auch dem «Geo Pegelfeld» schon grössere Entfernungen sind und ein Wetter- oder Windumschwung so schnell eine steigende Gefahr bedeuten kann.

Doch für mich selbst ist die Wettervorhersage gerade im Winter von zunehmender Bedeutung, denn je nach Windrichtung und -geschwindigkeit entscheide ich, welchen Ballon ich für den täglichen Radiosondenaufstieg bade, damit er geschmeidig bleibt und den mitlerweilen sehr kalten Temperaturen von -80° Celsius in der Atmosphäre trotzen kann.

Bei den Sondenaufstiegen werde ich oft von Micha oder Mike begleitet, denn unser «Köchlein - der Röhrenwurm», gesellt sich gern dazu, damit er wenigstens einmal am Tag aus der Röhre an die frische Luft kommt. Micha begutachtet dabei meistens gleich die Handlaufleinen und Kabeltrassen, um zu sehen, ob Schnee- oder eisbedingte Arbeiten erforderlich sind. Je nach Wind- und Wetterlage bin ich über eine unterstützende Hand sehr dankbar.

Wie Mike, bin ich aus Brandenburg, genauer gesagt stamme ich aus Cottbus, bin 29 Jahre alt und habe die letzten 5 Jahre in Kiel gelebt und studiert. Somit konnte ich schon mal ein wenig «Nordluft» schnuppern, von der Micha so angetan ist……
Der Gedanke einmal für längere Zeit ins Eis zu gehen bestand schon zu Beginn des Studiums. Welches Eis es nun werden würde, war lange unklar. Doch über einen Studentenjob bekam ich dann die Gelegenheit an einer Forschungsreise in der Ostsee mit der «MS Merian» teilzunehmen.

Im März 2006 ging es dann hoch in den bottnischen Meerbusen bis an die schwedische und finnische Küste. Da meine Bewerbung für die Antarktis zu der Zeit schon lief, konnte ich dort bereits feststellen ob die Möglichkeit für längere Zeit im Eis zu leben und zu arbeiten, überhaupt das Richtige für mich ist. Das Eis, seine verschiedenen Strukturen, die herrlichen Himmelsfärbungen und die bizarre Landschaft faszinierten mich schon auf dieser Reise und lassen mich bis heute nicht los. Obgleich man das Meereis der Ostsee nicht mit dem antarktischen Schelfeis vergleichen kann. Beides hat jedoch seinen besonderen Reiz.

Hier in der Antarktis ist es vor allem der endlos scheinende Horizont, die buntesten Himmelsfärbungen und die anderen Sternenbilder die mich hier faszinieren. Die manchmal schnellen Wetterveränderungen, aussergewöhnlichen Wolkenbilder und natürlich die optischen Phänomene sind dabei ein besonderer Anreiz.

Ein gelegentlicher Blick auf die Spreewald – Webcam lassen bei mir heimatliche Eindrücke aufkommen und die Vorfreude darauf steigern, bald wieder die andere Natur erleben zu können.
Dazu gehört z.B. am Strand zu spazieren, Motorrad, Mountainbike oder Kajak zu fahren, oder einfach einen schönen ausgedehnten Spaziergang mit meinen Eltern im Branizer Park zu machen. Wie schön kann doch die Heimat sein....