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Wer ist Christine Läderach

Überwinterungs-Logbuch 2007

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Mein Name ist Christine Läderach, ich bin 25 Jahre alt und komme aus Heiligenschwendi, oberhalb des Thunersees gelegen. Meine Eltern und mein um knapp 2 Jahre jüngerer Bruder leben immer noch dort.
Ich habe in Heiligenschwendi die Primarschule und in Hünibach die Sekundarschule besucht. Nach Erlangung der Matura am Gymnasium Thun-Schadau in Thun bin ich nach Bern gezogen und habe dort Geologie studiert. Neben dem Studium habe ich mehrmals die Sommermonate als Hüttenhilfe in der Mönchjochshütte (3650 M.ü.M) gelebt und gearbeitet. Neben meiner Faszination für die Berge, das Draussensein und den Bergsport hat sicher diese Erfahrung, an einem isolierten Ort mit geringen Mitteln zu leben und zu arbeiten, meinen Entschluss zu einer Tätigkeit in der Antarktis reifen lassen.

Im Sommer 2005 habe ich mich zum ersten Mal konkret im Internet informiert und über die verschiedenen Stationen in der Antarktis gelesen. Irgendwann habe ich für mich beschlossen, dass ich diesen faszinierenden Kontinent mal erleben will, dass ich gerne dort arbeiten würde und die extremen Bedingungen dieser Region dadurch erfahren möchte. Je mehr ich gelesen habe, desto interessierter wurde ich, bis ich dann auf die Webseiten des AWI gestossen bin und schliesslich auf die Stellenausschreibung für die Stationsbesatzung der Neumayer-Station.
Meine erste Reaktion war eine ablehnende. 15 Monate ununterbrochen in der Antarktis leben und arbeiten? Nein, soviel wäre es mir nicht wert, die Antarktis zu sehen. Vielleicht ein halbes Jahr? Aber länger als ein Jahr von meinem Umfeld, Familie, Freunden weg sein ohne die Möglichkeit zur vorzeitigen Rückkehr?
Ich habe trotzdem viel über die Neumayer-Station gelesen und in Berichten von Überwinterern erfahren, wie schnell diese Zeit vorbei geht und wie viele Eindrücke man in einem Jahr in der Antarktis sammeln kann. Die Wissenschaftler, Logistiker und sonstigen Fachleute, die drei Monate lang als Sommergäste in die Antarktis reisen, erleben den Polartag und sind Gäste in der Station. Allein die Stationsbesatzungen können die Polarnacht sehen und sich die Station als ihr Zuhause einrichten. Auch die Erfahrung, in einer kleinen Gruppe für neun Monate komplett auf sich selbst gestellt zu sein, wurde als gewaltige, aber wertvolle Herausforderung beschrieben.

Nachdem ich bereits im November 2005 meine Bewerbung aufgesetzt und bis zum Bewerbungsschluss im Februar 2006 daran herumgebastelt hatte, hatte ich mich schliesslich über ein halbes Jahr schon mit dem Gedanken einer Überwinterung auseinander gesetzt und diesen Gedanken während langer Zeit reifen lassen können. Ich habe während diesen Monaten fast täglich die Webcam der Neumayer-Station genutzt und so die Bandbreite der Witterungen, des Lichts und die Polarnacht sowie den Polartag kennen lernen können. Ab und zu waren auch Leute zu sehen, die im Aussenbereich der Station verschiedenen Arbeiten nachgegangen sind.
Im Frühling 2006 erlebte ich eine ganze Flut von Gefühlen. Einerseits konnte ich mir nicht so recht vorstellen, dass ich als Schweizerin und ohne praktische Erfahrung im Bereich Geophysik auf einer deutschen Antarktisstation als Geophysikerin eingestellt würde. Aber trotzdem war da dieses Gefühl von "Das muss doch ganz einfach klappen...".
Ich durfte mich Ende März 2006 in Bremerhaven vorstellen und wurde nach einer ärztlichen Untersuchung, wiederum in Bremerhaven, mit riesiger Freude als Geophysikerin für die 27. Überwinterung auf der Neumayer-Station eingestellt.

Nachdem ich im April 2006 mein Geologiestudium abgeschlossen hatte und noch drei Monate lang am Institut für Geologie in Bern tätig war, begann im August 2006 die dreimonatige Vorbereitungszeit des neunköpfigen Überwinterungsteams.
Das sind: ein Arzt und Stationsleiter, ein Koch, ein Funker, ein Ingenieur, ein Elektriker, eine Meteorologin, eine Luftchemikerin und zwei Geophysikerinnen. Ich bin der erste Schweizer Überwinterer auf Neumayer, meine acht TeamkollegInnen stammen alle aus Deutschland.

Seit dem 2. Dezember 2006 sind wir nun auf Neumayer und haben, seit am 17. Februar 2007 die letzten Sommergäste ausgeflogen wurden, die Überwinterung begonnen. Wir bleiben unerreichbar bis im Oktober/November 2007 der erste Flieger zu uns gelangt und die Sommersaison beginnt. Mit ihrem Ende im Februar 2008 werden auch wir neun die Antarktis wieder verlassen.